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Catellani & Smith
Carlo Catellani wurde am 27. 3. 1960 in Parma geboren. Nach Abschluß seiner Hochschulausbildung setzte er seine berufliche Ausbildung als Schlosserlehrling in einer Werkstatt in Fornovo fort. Sein Partner Logan Smith wurde am 12. 6. 1931 in Notting Hill geboren. Dieser absolvierte sein Architekturstudium in Cambridge 1954. Er liebte die Welt der Pferde und war spezialisiert auf die Renovierung von Pferderennbahnen und Clubhäusern.
Catellani und Smith trafen sich 1985 in Minorca auf den Balearischen Inseln zum `Gin Votaries International Meeting`. In der dortigen außergewöhnlich kreativen Atmosphäre wurde die Idee geboren, dekorative Leuchten und Objekte zu designen und zu produzieren. Ihre Non-Konformistische Einstellung ebnete den Weg zu einer vom typischen Managerstress und Umsatzdruck befreiten Arbeitsweise, die schon fast an bäuerliche Rythmen erinnert. Bis zum heutigen Tage werden Catellani & Smith Produkte in Ihrer ureigenen Art in alter Handwerkstradition hergestellt,mit der Arbeit von Händen und Verstand.
Carlo Catellanis erster Leuchtenkatalog trägt den Namen `oggetti senza tempo`. Mit der Kollektion `TURCIU` und `Albero della Luce` begannen seine Arbeiten mit unterschiedlich langen Flexarmen Leuchten herzustellen, die dem Erwerber viele Möglichkeiten der individuellen Gestaltung und Formgebung offen lässt. Im Jahre 1995 folgt die Serie LUCE d`Oro. Das Thema ist, durch Reflexion auf goldbeschichteten Oberflächen ein warmes Licht zu erzeugen.
Lichtobjekte wie Macchina della Luce stehen im Mittelpunkt dieser Serie. Die Stchu-Moon Serie entsteht im Jahre 1997, hier reflektiert das Licht auf silbernen Oberflächen. Ein völig anderes Konzept verfolgen Catellani & Smith 2000 mit der `Lucenera Serie, Leuchten aus dem Material Carbon. Hier stehen das pure Licht sowie beste Funktionalität im Vordergrund. Den derzeitigen Abschluß bilden in Jahre 2002 die Lichtobjekte der Out Collection wie FIL DE FER oder CHE DIPINGE. Sie sind aus der Werkstatt Catellanis, aus seiner genialen Institution für die Wahl der Materialien und Spaß am Experiment.
Wenn ich eine neue Lampe schaffen will, beginne ich immer mit einem Prototyp; mein Labor ist eine Werkstatt, wo ich andauernd die verschiedensten Materialien, Komponenten und Gegenstände ansammle; hier entsteht alles ... ich baue zusammen, schweiße, biege, gestalte ... ich muss die Materialien fühlen, sehen, wie sie mit dem Licht spielen.
In dieser ersten Phase gibt es keinen wirklichen Entwurf, die Idee muss sofort Form annehmen, zum Gegenstand werden. Erst danach gehe ich zur klassischen Konstruktionsphase
über: Machbarkeit, technische Eigenschaften und ähnliches. Es ist die Idee des Lichts, der Wunsch, sie zu erzählen, die mich bei der Konstruktion leiten. Ich glaube, man fühlt diesen Weg im Produkt C.& S. Der Großteil meiner Produktion besteht aus Teilen, die beträchtliche handwerkliche Bearbeitungen erfordern; ich denke dabei an Out Collection, Stchu-moon, Luce d?Oro, wo keine Lampe zu finden ist, die genau gleich ist wie die andere. Es ist der Handwerker, der sie baut, seine manuelle Arbeit, die die Unregelmäßigkeit
schafft und damit den Gegenstand einmalig macht; sogar Turciù braucht Handfertigkeit um zu leben, es muss ihm eine Form gegeben werden ... Ihre Form.
Enzo Catellani
2004/2005
Post Krisi,
eine Kollektion, die ein neues Kapitel meiner Produktion eröffnet. Zunächst zwei absolute Neuigkeiten: Mit Post Krisi habe ich zum ersten Mal das Element Farbe miteinbezogen, oder besser gesagt, ich habe es sogar in den Vordergrund gerückt. Handbemalte Lampen in reinen Primärfarben, Lampen mit zwei Kopfseiten, wo das Licht gleichzeitig mit der Farbe und mit der Form interagiert und so ein Spiel von Transparenzen und Kontrasten entstehen lässt.
Die Form, das Element, das in meinen Kollektionen immer eine entscheidende Rolle spielt, fängt auch hier das Licht ein und modelliert seinen Schatten; doch in diesem Fall dringt das Spiel noch weiter vor: denn die Schale, eine geschickte Mischung aus Elastizität und robuster Transparenz des Glasgewebes ermöglicht es, die Form mit wenigen einfachen Gesten zu verändern, wodurch faszinierende und suggestive Schatten auf den Wänden entstehen, deren Wirkung durch den
Fransenrand, der wie ein zerrissenes Stück Stoff wirkt, weiter gesteigert wird. Sehr widerstandsfähige, prekär aussehende Lampen projektieren uns in eine fantastische Welt, die uns etwas an die Atmosphäre erinnert, wie sie von japanischen Papierlampen geschaffen wird. Farbige Lichter, die Schatten malen, Lichter mit reinen Formen und in Primärfarben, ein Glaspapier, ein elastisches Glas, ein
wasserdichtes Papier, abgerissene Fetzen mit materischem Effekt, die sich der reinen, kalten Stahlstruktur harmonisch entgegensetzen, fast als ob es eine durch Kinderhand entstandene Alchemie wäre.
Ich habe dabei Glasgewebe, seine Transparenz verwendet, wobei ich es teils auch im ursprünglichen Zustand gelassen habe, ohne es zu bemalen: die Wirkung ist hier ebenso
stimmungsvoll, die Struktur des in den Kunststoff eingearbeiteten Gewebes bricht das Licht, wodurch fast etwas wie ein Widerschein entsteht. Lampen, mit denen man spielen, Formen erfinden kann, Farbflecken, die sich in Lichtmalereien verwandeln; diese Kollektion erlaubt unzählige Kombinationen und hat eine einzige Grenze: nämlich selbst "basta" zu sagen.
Enzo Catellani
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